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2006



Simulations-Grafiken aus Didgeridoo Experimental-Vortrag / Frank Geipel 22.12.2006

 

 

weiß: Impedanzspektrum, 

blau-violett: Klangspektrum Grundton 

rot-grün: Klangspektrum 1. Overblow

 

 

 

Beispiel für ein Didgeridoo mit
ausgeprägtem Sington (5.Oberton)


 

 

weiß: Impedanzspektrum, 

blau-violett: Klangspektrum Grundton 

rot-grün: Klangspektrum 1. Overblow

 

 

 

Beispiel für ein obertonwobbelfähiges

Didgeridoo (zwischen 4. und 5. Oberton) 


 

 

weiß: Impedanzspektrum, 

blau-violett: Klangspektrum Grundton 

rot-grün: Klangspektrum 1. Overblow

 

 

 

Beispiel für ein Didgeridoo mit sehr gut anspielbaren
1. Overblow und verstärkten 2. und 5. Oberton 


 

 

weiß: Impedanzspektrum, 

blau-violett: Klangspektrum Grundton 

rot-grün: Klangspektrum 1. Overblow

 

 

 

Beispiel für ein Oktav-Didgeridoo (1. Overblow eine Oktave über Grundton, 2. und 3. Eigenresonanz verstärkt 2. und 3. Oberton des Grundtones) 


 

 

weiß: Impedanzspektrum, 

blau-violett: Klangspektrum Grundton 

rot-grün: Klangspektrum 1. Overblow

 

 
Beispiel für ein „trocken“ klingendes Didgeridoo mit Impedanzpeaks zwischen dem 1., 2. und 3. Oberton, was die Verstärkung von Mischfrequenzen aus Grundton und Stimme fördert 



CADSD projektiertes Didgeridoo aus Bongossi / Frank Geipel 15.04.2006

Im Frühjahr 2006 entstand ein weiteres CADSD projektiertes Instrument mit Yidaki-Charakteristik. Um den Holzeigenschaften von besonders harten Eukalyptusarten nahe zu kommen, habe ich westafrikanisches rotes Eisenholz (Bongossi) verwendet. Eine Herausforderung an Werkzeug und Bauer!
Als Grundton habe ich F gewählt. Um einen runden Bass zu erzielen, ist der erste Overblow eine Oktave höher gelegt. Die Klangcharakteristik ist so projektiert, dass durch ausgeprägte Eigenresonanzen die Obertöne 2 + 4 je nach Spieldruck als Sington wahrnehmbar sind. Durch teilweise instabile Eigenresonanzen kann mit geeigneten traditionellen Spieltechniken zwischen dem 6. und dem 7. Oberton ein Obertonwobbeln angeregt werden.



Didgeridoos aus dem E-Wobbel Projekt / Frank Geipel 18.03.2006

Da mich nach wie vor Didgeridoos reizen, die mit geeigneter Spieltechnik zum Obertonwobbeln (Obertonläuten) anregbar sind, sind in diesem Winter zwei weitere Instrumente mit Grundton E und wobbelfähigkeit zwischen dem 5. und 6. Oberton entstanden.

Instrument 1: 

Material: Pflaume Kernholz
Grundton: E
1. Overblow: F

Instrument 2: 

Material:
Eibe
Grundton: E
1. Overblow: E

Der kraftvolle energetische Klang dieses Instrumentes ist über Mikrofone kaum aufzeichenbar, da diese ständig übersteuern. Man muß es in der Realität hören.



Neues Didgeridoo / Frank Geipel 14.3.2006

Neben vielen anderen Aktivitäten in diesem langen Winter durfte ich die Schreinerwerkstatt meines netten Nachbarn verwenden.
Für das erste neue Instrument hatte ich einen gebogenen Rohling aus Steineiche zur Verfügung.

 

Daraus ist ein schweres Instrument entstanden, das unserem ersten CADSD-Prototyp aus GFK nachempfunden ist. Es besitzt den Grundton F mit leicht anspielbaren 1.Overblow G. Der Klang besitzt einen rauen traditionellen Charakter.



Erfahrungsbericht zum Bau mit der CADSD Methode / Manfred Scheffknecht 04.02.2006

Es entstand ein Didgeridoo der Tonlage E und tönte mächtig. Nun begann ich es zu kürzen, denn es sollte ja ein F werden. Allerdings musste ich soviel kürzen und es war nun 12cm unter dem Mass der Berechnung. Es hatte nun auch viel von seiner Qualität, das es als E noch hatte, eingebüsst.

 

Diese Realisierung musste ich nun unter Erfahrungen „Bauversuch“ ablegen.

 

Im Oktober startete ich, ebenfalls mit einer Eibe, den zweiten Versuch. Dieses Mal nahm ich mir vor, genauer zu Arbeiten. Mit Schablonen, mit mehr Zeit und Geduld. Beim aufschneiden des Stammes entdeckte ich zu meinem entsetzen, dass der Stamm im unteren Drittel morsche Stellen aufwies. Die Umsetzung der Berechnung wurde diesmal von Anfang an schon blockiert. Da fragte ich mich natürlich was das soll? Ich musste somit den zweiten Anlauf schon frühzeitig beenden.

 

Im Sommer 2005 traf ich Frank am Swizzeridoo. Er hatte ein Didgeridoo der Tonlage F dabei und ich durfte dieses spielen. Dabei ging bei mir ein Wohlgefühl durch den Körper, denn es war ein solches wie ich sie gern habe. Grosszügigerweise bejahte er meine Anfrage über einen Nachbau desselben.

 

Im September war es dann soweit und ich baute mir aus einer Eibe, anhand der Berechnungen von Frank, das Didgeridoo. Ich selber baue schon seit 1999 Didgeridoos aus einheimischen Harthölzern und sah keine grösseren Probleme auf mich zukommen.


Es entstand ein Didgeridoo der Tonlage E und tönte mächtig. Nun begann ich es zu kürzen, denn es sollte ja ein F werden. Allerdings musste ich soviel kürzen und es war nun 12cm unter dem Mass der Berechnung. Es hatte nun auch viel von seiner Qualität, das es als E noch hatte, eingebüsst.

 

Diese Realisierung musste ich nun unter Erfahrungen „Bauversuch“ ablegen.

 

Im Oktober startete ich, ebenfalls mit einer Eibe, den zweiten Versuch. Dieses Mal nahm ich mir vor, genauer zu Arbeiten. Mit Schablonen, mit mehr Zeit und Geduld. Beim aufschneiden des Stammes entdeckte ich zu meinem entsetzen, dass der Stamm im unteren Drittel morsche Stellen aufwies. Die Umsetzung der Berechnung wurde diesmal von Anfang an schon blockiert. Da fragte ich mich natürlich was das soll? Ich musste somit den zweiten Anlauf schon frühzeitig beenden.

Bald darauf war ich abermals motiviert genug einen dritten Anlauf zu starten. Dieses Mal verwendete ich eine Robinie. Die Bauphase gestaltete sich problemlos und es entstand ein mächtiges E, das ich nicht mehr verändern wollte.


Es spielt sich sagenhaft, nur der Overblow ist für mich nicht in dieser Weichheit einzubringen wie ich es von anderen Instrumenten kenne. Eine Nach-Analyse per Soundfile bei Frank ergab interessante Werte und untermauerte meine Entscheidung keine Änderungen mehr vorzunehmen.

 

Ich für meine Person glaube, dass meine Instrumente die ich baue eine Verwebung aus Wissen, Berechnung, Erfahrung und Intuition sind. Dies lässt für mich einen gewissen Überraschungseffekt offen wie ein Instrument tönt und vor allem zu spielen ist.

 

Ich möchte an dieser Stelle Frank für seine Unterstützung danken. Wieder einmal hat das Didgeridoo eine Vermittlerfunktion gehabt, für das eigentliche im Leben  - das Miteinander.

 

 

 

 

Kommentar von Frank / 4.2.2006

 

Ich freue mich, dass das „Projekt“ mit Manfred zu einem guten Abschluss gekommen ist. Aus meinem Gefühl heraus denke ich, dass jetzt ein unikates Instrument entstanden ist, das zu Manfred passt und von der Klangcharakteristik meinem F1 sehr nahe kommt und vielleicht noch mächtiger klingt. Ich freue mich schon darauf dieses Instrument zu spielen.

 

Ich habe viel aus diesem und ähnlichen „Projekten“ mit anderen begeisterten Didgebauern gelernt. Inzwischen ist meine CADSD-Methode weiter ausgereift und ich weiß wie empfindlich sich Bau-Abweichungen von den simulierten Formen vor allem im höheren Obertonbereich auswirken.

 

Bei der Form für mein F1 (das nach Simulation mit der aktuellen Software zwischen E und F liegt, etwas näher an E) hat Manfred im Anblasbereich (dort sind etwas komliziertere Innenstrukturen auf deren Abweichungen die Klangcharakteristik empfindlicher reagiert) genauer als ich gebaut. Deshalb ist es bei mir ein etwas tieferes F geworden. Aber bei derartigen Instrumenten ist die Klangcharakteristik wichtiger als der Grundton.

 

 Um vor allem im höheren Obertonbereich das gewünschte Ergebniss zu erhalten (z.B. hohe Singtöne oder obertonwobbelfähige Instrumente) gehe ich momentan so vor:

 

Ich empfehle beim Bauen vor allem im letzten Drittel des Bellbereiches noch genügend Wandstärke zum Nachtunen zu lassen. Nach der Fertigstellung lasse ich mir dann die noch vorhandenen Übermaße und einen MP3-Soundfile mit bestimmten für meine akustische Analyse gebrauchten Inhalten aufnehmen und zusenden. Auf Basis meiner akustischen FFT-Analyse kann ich dann relativ genau sagen, ob, wo und wieviel Material noch an bestimmten Bereichen abgetragen werden sollte, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten (Feintuning).

 

Mit dieser Methode ist es auch möglich bei vorhandenen Didges herauszufinden ob ein Instrument noch mehr Potential hat und ob es mit einem sinnvollen Aufwand "verbesserbar" ist.